Unsere Arbeit

Armutsbekämpfung im Fokus des AWO-Bundesverbandes

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Von: Valentin Persau

Armut ist die zentrale Herausforderung der Gegenwart

Armutsprävention und –bekämpfung gehört zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart, dem sich die AWO in ihrer täglichen politischen und praktischen Arbeit stellt. Armut in seiner materiellen, gesundheitlichen, kulturellen und sozialen Dimension gefährdet die Teilhabe an der Gesellschaft. Allein auf der materiellen Dimension betrifft dies über 13 Millionen Menschen in Deutschland! Armut trägt damit zur sozialen Spaltung trotz positiver wirtschaftlicher Entwicklung bei. Der AWO Bundesverband engagiert sich daher auch im Jubiläumsjahr in vielen Bereichen, um Armut in all seinen Erscheinungsformen wirkungsvoll zu bekämpfen und sich für ein selbstbestimmtes und würdiges Leben aller Menschen in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft einzusetzen. Hier sind einige Beispiele unserer politischen Arbeit gegen Armut:

Der AWO Bundesverband übernimmt für zwei Jahre die Feder- und Geschäftsführung der nak

In den Jahren 2019 und 2020 übernimmt der Bundesverband die Geschäftsführung der nak. AWO Präsidiumsmitglied und Sozialdezernent der Landeshauptstadt Kiel, Gerwin Stöcken wurde Ende November von der Delegiertenversammlung der nak zum Sprecher gewählt und verknüpft mit seiner Amtszeit die Themenschwerpunkte Teilhabe und Armut, Übergang von Hartz IV in Altersarmut, bezahlbarer Wohnraum und die Prävention und Bekämpfung von Kinder- und  Familienarmut. Besonderes Merkmal der nak ist die politische Partizipation und Vernetzung von Menschen mit Armutserfahrung in allen Gremien. Dies ist eine einzigartige Stärke, denn dadurch wird es möglich, die Perspektive von Menschen mit Armutserfahrung in den armutspolitischen Diskurs einzubringen und für eine sozialpolitische Praxis zu werben, die sich stärker an der Lebensrealität armutsbetroffener Menschen orientiert.
 

Nationale Armutskonferenz (nak)

Die nak ist ein Zusammenschluss aus Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und deutschlandweit tätigen Fachverbänden und Betroffeneninitiativen. Die nak hat sich 1991 gegründet und ist die deutsche Sektion des European Anti Poverty Network (EAPN). Alle zwei Jahre wird aus den Mitgliedsverbänden ein neuer Sprecherkreis gewählt, dieser besteht aus drei Personen, aus deren Mitte der/die Sprecher*in gewählt wird.

https://www.nationale-armutskonferenz.de/

Der Armutskongress: Baustelle Deutschland. Solidarisch anpacken!

Zudem ist der AWO Bundesverband zum ersten Mal Mitveranstalter des Armutskongresses am 10./11. April 2019 in Berlin. Unter dem Motto „Baustelle Deutschland. Solidarisch anpacken!“ diskutieren etwa 600 Expert*innen aus Wissenschaft, Verbänden, Sozialen Einrichtungen, Medien und Politik zwei Tage lang über Fragen rund um die Armutsbekämpfung. Neben der Teilnahme von nak-Sprecher Gerwin Stöcken an einer Podiumsveranstaltung werden die Impulsforen zu ehrenamtlichen Engagement armer Menschen, zur Grundrente, zu verdeckter Altersarmut und zu sozial selektiver politischer Beteiligung gestaltet. Die nak ist ebenfalls Mitveranstalter des Kongresses, sodass die Teilnahme von armutsbetroffenen Menschen ermöglicht wird. 
 

Die AWO-ISS Studie: Armutsverläufe verstehen und soziale Mobilität gestalten

Ein weiterer Schwerpunkt im kommenden Jahr ist die strategische Begleitung der AWO-ISS Studie für den Bundesverband. Eine neue Welle der prominenten Studie über den Verlauf von Armutslagen wird am 06. November 2019 veröffentlicht. Für die Studie wurden im gesamten Bundesgebiet 1993 geborene arme und nicht arme Kinder aus 60 AWO-KiTas wissenschaftlich begleitet und quantitativ wie qualitativ zu ihrer Lebenslage befragt. Die Betrachtung der heute 25-jährigen Teilnehmer*innen über diesen langen Zeitraum bietet einzigartige Erkenntnisse über Armutsverläufe armer und nicht armer Kinder und Familien. Dies erlaubt es, die Faktoren für eine gelingende Armutsprävention besser zu identifizieren und diese in den politischen Raum einzubringen. Zu diesem Zweck wird der Bundesverband parallel zur Studie ein Positionspapier veröffentlichen.
 

Der Diskurs über die Weiterentwicklung des Sozialstaates

Angesichts neuer Herausforderungen durch die Megatrends der Digitalisierung, demographischer Wandel, Globalisierung und Migration wird auch über eine Erneuerung des Wohlfahrtsstaates zu verhandeln sein. Ob dies die Bereiche Familien, Alter, Arbeitsmarkt, Pflege oder Wohnen betrifft – neue und alte soziale Risiken müssen wirksam eingedämmt werden. Ein zukunftsfähiger Sozialstaat muss mehr investieren und fördern, um so möglichst präventiv vor Armut zu schützen. Er muss solidarisch und gerecht sein und ein selbstbestimmtes Leben aller Menschen ermöglichen. Und, er muss Menschen auf Augenhöhe begegnen, denn die Sicherung eines soziokulturellen Existenzminimums ist ein soziales Recht und staatliche Pflicht und keine Frage caritativen Wohlwollens. Auf dem Weg dahin wird sich die AWO aktiv am Reformdiskus beteiligen und steht durch seine tägliche praktische und politische Arbeit mit seiner Erfahrung und Expertise zur Verfügung.
 

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