Lotte-Lemke-Engagementpreis

Lotte-Lemke-Engagementpreis

Seite Drucken

Von: Berit Gründler

Die Gewinner*innenprojekte 2020 stehen fest!

Am 14. Januar verlieh der AWO Bundesverband den diesjährigen Lotte-Lemke-Engagementpreis an das Projekt "Universität der 3. Generation". Das Projekt des AWO Kreisverbands Bremen ermöglicht Menschen in ihrer dritten Lebensphase nachberufliche Bildung. Im Rahmen dieses besonderen Teilhabeangebots sind Lehrende und Lernende in ihrer Rolle nicht festgelegt. Jede*r kann sowohl eigenes Wissen einbringen als auch Wissen vermitteln.

 

Seit Gründung des Projekts beteiligten sich bereits rund 150 Personen als ehrenamtliche Dozent*innen. Die Universität der 3. Generation fördert damit ein Gemeinschaftsgefühl und lebt den Anspruch lebenslangen Lernens aktiv aus: Wissen, Kompetenzen und Erfahrungen gehen nicht verloren, sondern werden geteilt.

 

Das Angebot ist überwiegend kostenlos und ermöglicht auch Menschen nachberufliche Bildung, die sie sich bei anderen Bildungsträgern nicht leisten könnten. Das Projekt setzt mit seinem sozialintegrativen Ansatz Werte und Ziele der AWO auf innovative Weise um.

Gewinner*innenprojekte 2020

Lotte-Lemke-Engagementpreisträger*innen: Universität der 3. Generation

Lotte-Lemke-Engagementpreisträger*innen: Universität der 3. Generation

2. Platz: Kinder- und Jugendtelefon

2. Platz: Kinder- und Jugendtelefon

2. Platz: Repair Café

2. Platz: Repair Café

Sonderpreis: Musical Eine starke Frau geht ihren Weg

Sonderpreis: Musical Eine starke Frau geht ihren Weg

1/1

DEN ZWEITEN PLATZ TEILEN SICH:

Kinder- und Jugendtelefon

Das Kinder- und Jugendtelefon des AWO Kreisverbands Chemnitz und Umgebung ist ein kostenloses Gesprächsangebot an Kinder und Jugendliche aller Altersstufen. Das Angebot ist leicht zugänglich und garantiert die Anonymität der Anrufenden, was einen vertrauensvollen Austausch ermöglicht. Das Kinder- und Jugendtelefon bietet Ansprechpartner*innen in schwierigen Situationen und berät unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sozialen oder weltanschaulichen Hintergründen. Ziel ist eine Stärkung der Selbsthilfe: Die ratsuchenden Kinder und Jugendlichen sollen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen und gemeinsam mit den Berater*innen Lösungsstrategien erarbeiten. Der Einsatz der Ehrenamtlichen ist immens: Allein 2018 fanden fast 2.400 Beratungsgespräche statt. Monatlich absolvieren die ehrenamtlichen Berater*innen 120 bis 150 Beratungsstunden. Auch der fachliche Anspruch ist sehr hoch: Die Beratungsanliegen sind oft komplex oder psychisch belastend, zum Beispiel beim Thema Gewalt oder Mobbing. Das Kinder- und Jugendtelefon kennzeichnet einen langen Atem und ein besonderes Beharrungsvermögen.

 

Repair Café

Da viele Menschen verlernt haben, Dinge zu reparieren, sinkt die Nutzungsdauer von Gütern stetig. Wackelt ein Stuhl oder weist der Wollpullover ein Loch am Ellbogen auf, werden diese meist weg geworfen. Das Repair Café des AWO Kreisverbands Rhein-Kreis Neuss greift diese Problematik auf und leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem Menschen gemeinsam kaputte Gegenstände reparieren. Dabei hilft das Projekt nicht nur, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, sondern schafft gleichzeitig einen Raum, in dem Menschen ihr Praxiswissen miteinander teilen und voneinander lernen können. Es schafft Spaß und Gemeinschaft. Die starke Nachfrage im Quartier zeigt den hohen Bedarf an Austausch und gegenseitiger Unterstützung. Das Repair Café ist ein herausragendes Beispiel, wie soziale Aspekte wirkungsvoll mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden werden können.

EIN SONDERPREIS GEHT AN DAS PROJEKT:

Eine starke Frau geht ihren Weg – die frühen Jahre der Marie Juchacz

Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der AWO entstand die Idee zu einem Musical über Marie Juchacz zunächst in den Köpfen weniger. Zum Schluss beschäftigten sich rund 100 Schüler*innen gemeinsam mit ihren Lehrer*innen über 9 Monate hinweg intensiv mit dem Leben der AWO-Gründerin. Die Schüler*innen lernten viel über das Leben und die Nöte der Arbeiter*innen in der Zeit während und nach dem Ersten Weltkrieg, insbesondere über das der Frauen. Das Musical war mit rund 1.500 Besucher*innen ein voller Erfolg. Es macht ein Stück Geschichte erlebbar und wirkt auf alle Beteiligten nachhaltig. Das Musical berührt, weil es echt ist: Die Menschen und Geschichten ebenso wie die Beteiligten selbst. Das Engagement der Schüler*innen und Lehrerschaft verdient Bewunderung, Respekt und unseren Dank. Sie pflanzen mit ihrem Einsatz einen Impuls für den Wert der Demokratie und Gleichberechtigung.

Wie wurden die Preisträger*innen ermittelt?

Die bis zum 1. November 2019 eingereichten Projekte wurdenvon der Jury, welche vom Präsidium der AWO benannt wird, gesichtet und anschließend die drei überzeugendsten Projekte ausgesucht. Die Gewinner*innen erhielten den Lotte-Lemke-Engagementpreis.

 

WAS ERWARTETE DIE GEWINNER*INNEN?  

Die Preisträger*innen wurdenerneut im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung beim Neujahrsempfang des AWO Bundesverbandes am 14. Januar 2020 in Berlin gewürdigt. Die Hauptpreisträger*innen erhielten ein Preisgeld von 3.000,- € zur Weiterentwicklung des Projekts. Außerdem können sie Hilfe bei der Projektentwicklung in Anspruch nehmen.

 

WIR FÖRDERN ENGAGEMENT.

Freiwilliges Engagement hat viele Formen. Ob digital, in der eigenen Nachbarschaft, der Kommune oder für ein globales Vorhaben. Mit dem Lotte-Lemke-Engagementpreis wurde im Jubiläumsjahr der AWO 2019 erstmals kreatives und herausragendes Engagement gewürdigt.  Wesentliche Idee ist es, AWO-Projekte auszuzeichnen, die auf besondere und nachhaltige Weise einen Beitrag zum gelingenden Zusammenleben - lokal bis global - leisten. Das Engagement soll beispielhaft zeigen, wie die AWO-Grundwerte Solidarität, Toleranz, Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit zeitgemäß gelebt werden können.

Lotte Lemke

LOTTE LEMKE (1903–1988), 1930 bis 1933 und 1946 bis 1965 Hauptgeschäftsführerin der AWO, 1965 bis 1971 AWO Bundesvorsitzende, 1971 bis 1988 Ehrenvorsitzende der AWO.

WER WAR LOTTE-LEMKE?

Lotte Lemke widmete ihr Leben dem von ihr formulierten Prinzip „Humanitäres Handeln aus politischer Verantwortung“. Für die Arbeiterwohlfahrt setzte sie Maßstäbe und formte die Organisation zu einem Wohlfahrtsverband, der seine unmittelbare Arbeit am Menschen verantwortungsbewusst unter das Prinzip der Solidarität stellt und sich zugleich in die Reihen derjenigen eingliedert, die mit den Mitteln der Politik die Grundlagen der Wohlfahrtspflege verbessern und neu schaffen wollen. Ihre Tatkraft, ihr Einsatz für Mitmenschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, haben die AWO geprägt. Lotte Lemkes großer Verdienst war es, Sozialarbeit nicht nur als Feuerwehr, sondern als unverzichtbaren Teil der Sozialpolitik zu verstehen. Dem Mitgestalten am sozialen Rechtsstaat galt ihre ganze Tatkraft. Mehr über Lotte Lemke erfahren.

Preisträger*innen 2019

Die Gewinner*innenprojekte 2019 wurden im Rahmen des AWO-Neujahrsempfangs ausgezeichnet. Alle Infos zu den Preisträger*innen finden Sie hier.

 

 

Unterstützt durch die Glücksspirale.

Logo Glücksspirale

Empfehlen Sie diese Seite weiter:

Laden...

© 2020 AWO Bundesverband e.V.