Unsere Arbeit

Projekt "Begegnung und Partizipation im Engagement mit Geflüchteten"

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Susanne Beyer

Referentin Bürgerschaftliches Engagement für Flüchtlinge in der AWO

Von: Susanne Beyer

Von 2015 bis Ende 2019 war die AWO eine der Trägerinnen deutschlandweiter Maßnahmen zur Koordinierung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration wurden zuletzt bundesweit 22 Ehrenamtskoordinierungsstellen gefördert. Ihre Aufgaben waren u.a. Ehrenamtliche in konkrete bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für und mit Geflüchteten zu vermitteln. Dazu gehörten u.a.:

  • intensive Netzwerkarbeit mit Einrichtungen in der Flüchtlingsarbeit,
  • die Identifizierung von Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche,
  • bedarfsorientierte Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Flüchtlingsarbeit,
  • die Entwicklung von Kleinprojekten mit Ehrenamtlichen und Geflüchteten und vieles mehr.

Ziele des Projektes

Im Projekt wurden folgende Schwerpunkte verfolgt:

  1. Die Koordinierung des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingsarbeit
  2. Die Akquise von neuen Ehrenamtlichen
  3. Die Vermittlung und Umsetzung von Informations- und Qualifizierungsangeboten für Ehrenamtliche
  4. Die Pflege und der Ausbau von Netzwerkarbeit im Sozialraum
  5. Die Schaffung von Gelegenheitsstrukturen für Engagement und Begegnung
  6. Die Förderung von Teilhabe im Engagement
  7. Die Stärkung gegen Anfeindungen und von demokratischer Praxis

Übersicht Projektstandorte 2019

Projektstandorte 2019

Im Laufe der 4 Jahre Projektförderung haben wir sehr viel über Engagement in der Flüchtlingsarbeit gelernt und gleichzeitig hat es viele Veränderungen in Hinblick auf die Rahmenbedingungen des Engagements gegeben. Allein seit 2014 zählten wir mehr als 25 Gesetzesänderungen und neue Gesetze im Rahmen des Asylrechts. Diese galt es von Behörden und Verwaltungen umzusetzen, was nach wie vor auch viele Geflüchtete und ihre Unterstützer*innen vor gewaltige Herausforderungen stellt. Hinzu kam ein Wandel im gesellschaftlichen Klima von einer anfänglichen Willkommenseuphorie und großer Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten hin zu wachsender Skepsis, Vorbehalten und Anfeindungen.

In der Unterstützung von Ehrenamtlichen und Geflüchteten geht es daher auch sehr häufig um die Problematik Rassismus. Geflüchtete werden bedroht und angegriffen, Ehrenamtliche erleben dies mit oder werden ebenfalls angefeindet. Rassismus ist ein Problem, das die gesamte Gesellschaft betrifft und das Engagement in der Flüchtlingsarbeit vor besondere Herausforderungen stellt. Ein besonderer Schwerpunkt der Projektarbeit war daher seit 2018 die Stärkung von Ehrenamtlichen und Geflüchteten gegen Anfeindungen und die Förderung von demokratischer Praxis im Sozialraum, um damit unter anderem die Attraktivität und die Wirkung des Engagements in der Flüchtlingsarbeit zu verbessern.

Aktion ZgR

Die AWO führte vor diesem Hintergrund, beginnend mit dem Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2018, bundesweit an 20 Standorten des Projektes „Begegnung und Partizipation im Engagement mit Geflüchteten“ eine Aktion durch: Dabei konnten Menschen auf großen mobilen Planen ihre persönlichen Zeichen gegen Rassismus hinterlassen. Entstanden sind Kunstwerke, aber auch nicht-sichtbares: Kontakte, Gedanken und Austausch über ein Problem, das uns alle betrifft. Darüber hinaus wurden Interviews geführt mit den im Projekt beteiligten Ehrenamtlichen, Geflüchteten und Koordinator*innen. Gefragt wurde u.a. nach der Motivation für das Engagement und der Wahrnehmung von Engagement sowie nach bestehenden Hürden und nach Wünschen für das Zusammenleben vor Ort.

Die als Ergebnis der gemeinsamen bundesweiten Aktion entstandene Wanderausstellung „Unsere Zeichen und Stimmen gegen Rassismus“ möchte dazu anregen Gespräche zu führen, sich darüber zu verständigen, was wir unter Demokratie verstehen, wo wir Rassismus erleben und was wir ganz praktisch dagegen tun können. Auf 21 Ausstellungspostern sind neben den ausdruckstarken Zeichen gegen Rassismus, die auf den Planen bundesweit hinterlassen wurden, auch die Interviewaussagen mit Geflüchteten und Ehrenamtlichen sowie inhaltliche Beiträge zu sehen. Es wird deutlich was Rassismus, Rechtspopulismus und demokratische Kultur in der Praxis eigentlich bedeuten, wie Ressentiments entstehen und die Ausstellung bietet Anregungen für demokratisches Handeln im Alltag.

Die Wanderausstellung kann kostenfrei an interessierte Verbandsgliederungen und andere Organisationen verliehen werden. Es entstehen ausschließlich Portokosten in Höhe von circa 10 bis 20 Euro. Interessierte können unter Angabe des Ausstellungsanlasses Anfragen an Susanne Beyer richten (susanne.beyer@awo.org).

Publikationen im Projekt

Die Erfahrungen in der Projektarbeit sind in die Erstellung weiterer verschiedener Materialien eingeflossen.

Eine im Jahr 2015 erstmals durch den AWO Bundesverband veröffentlichte Handreichung zum Engagement in der Flüchtlingsarbeit wurde im Jahr 2016 mit den Projekterfahrungen und guten Praxisbeispielen ergänzt und verbreitet.

Im Jahr 2018 wurde die Broschüre "Zusammenhalt stärken" publiziert, in der die Entwicklungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit und in der Arbeit der Ehrenamtskoordinator*innen, die seit Beginn der Förderung durch die Bundesintegrationsbeauftragte im Herbst 2015 zu beobachten sind, dargestellt werden.

Mit den ebenfalls durch die Bundesintegrationsbeauftragte geförderten Verbänden Caritas, DRK, Diakonie und dem Paritätischen Gesamtverband wurden durch den Informationsverbund Asyl und Migration auf der Website www.fluechtlingshelfer.info relevante Projektergebnisse, Handreichungen und Informationen zum Thema Engagement in der Flüchtlingsarbeit gesammelt.

Darüber hinaus veranstalteten die Wohlfahrtsverbände seit Beginn der Förderung jährlich eine Konferenz zur Unterstützung der Vernetzung und des Austausches der bundesweit geförderten Projekte, mit Beteilung von Ehrenamtlichen, Geflüchteten und wichtigen Kooperationspartner*innen.

Die Veranstaltungen wurden dokumentiert und verdeutlichen die Entwicklungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit:

1. Konferenz 2016: So machen wir das! Konferenzen zum Engagement für und mit Geflüchteten: Erkenntnisse aus dem Projekt „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung des Ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge“

2. Konferenz: 2017: Regionalkonferenzen in Frankfurt am Main und Lutherstadt Wittenberg „So wirkt Engagement – Fachtagung im Rahmen des Projektes „Koordinierung, Qualifizierung und Förderung des Ehrenamtlichen Engagements für Flüchtlinge“

3. Konferenz 2018: Barcamp „Jetzt erst Recht: Engagement für eine offene Gesellschaft“

4. Konferenz 2019: „Freiwilliges Engagement stärken! Für ein selbstbewusstes Ehrenamt für und mit geflüchteten Menschen“

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Das Projekt wurde gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

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