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30.04.2020 | Artikel

Internationaler Dialog muss weiter gehen! – Für Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt

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Internationale Jugendarbeit lebt von den Begegnungen zwischen den Kindern, Jugendlichen und den Fachkräften. Sie lebt aber auch von Freundschaft, Dialog und Solidarität, die wir auch ohne physische Begegnungen lebendig halten wollen.

 

Nachfolgend haben wir Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Förderung von Projekten zusammengestellt. Zudem wollen wir Projektträgern eine Hilfestellung bieten für die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern im Ausland.

 

Die Themen im Überblick:

  • Bearbeitung der Förderanträge durch den AWO Bundesverband
  • Aktuelle Regelungen der Förderer
  • Fördermöglichkeiten für digitale Projekte
  • Tipps für die Zusammenarbeit mit Projektpartnern im Ausland

 

1. Bearbeitung der Förderanträge durch den AWO Bundesverband

 

Der AWO Bundesverband bearbeitet in seiner Funktion als Zentralstelle die eingegangenen Anträge „ganz normal“ und erstellt entsprechende Weiterleitungsverträge, sobald die Bewilligungen durch die Förderer vorliegen. Alle internationalen Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche können innerhalb des laufenden Jahres verschoben werden. Es ist stark davon auszugehen, dass viele für den Sommer geplante Projekte auf den Herbst verschoben werden müssen.

 

Hinweis: Bitte benachrichtigen Sie uns umgehend sowohl über Terminänderungen als auch über Projektabsagen.

 

Tipp: Wenn Projekte auf die zweite Jahreshälfte verschoben werden, möglichst Tarife nutzen, bei denen eine Umbuchung und/oder Stornierung möglich ist. Auch auf die Stornierungsfristen sollte geachtet werden. Dies hilft, die Kosten bei einer eventuellen Absage zu reduzieren.

 

 

2. Aktuelle Regelungen der Förderer

 

Ausfall- und Stornokosten, die durch Absagen bzw. Verschiebungen von Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustauschen entstehen, können als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt und unter Berücksichtigung der Vorgaben der jeweiligen Förderer abgerechnet werden.

 

 

3. Fördermöglichkeiten für digitale Projekte

 

Weil aufgrund der Corona-Pandemie Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche häufig nicht stattfinden können, haben die Austauschorganisationen Programme zur Förderung virtueller und hybrider Projekte aufgelegt. 

 

3.1 Ausschreibungen des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW)

Projektaufruf „Digital ganz nah“

Die Ausschreibung „Digital ganz nah“ fördert deutsch-französische und trilaterale Begegnungen im digitalen oder Blended-Learning-Format (digitale Treffen sowie Treffen im Präsenzformat) mit bis zu max. 15.000 €.

Ziel ist es, den Kontakt zwischen Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich und ggf. einem dritten Land über ein gemeinsames Projekt zu erhalten. Dabei sollen die digitalen Möglichkeiten genutzt werden, um neue Formen des Austauschs und der Begegnung ins Leben zu rufen.

Mehr Infos gibt es hier.

Projektaufruf „Austausch stärken – Gemeinsam die Krise überwinden“

Das DFJW unterstützt mit dieser Sonderausschreibung Austauschinitiativen und -projekte mit einer 1234-Förderung (bis zu 1.234 € pro Projekt), die das Interesse an der deutsch-französischen Freundschaft aufrechterhalten und steigern, oder die dazu beitragen, die deutsch-französische Begegnungsarbeit zu festigen, zu überdauern und zu erneuern.

Mehr Infos gibt es hier.

Deutsch-Französischer Bürgerfonds

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds unterstützt Bürgerinitiativen und Vereine, Städte- und Regionalpartnerschaften, Stiftungen oder Akteure aus Sozialwirtschaft, Bildung und Wissenschaft im Dienste der deutsch-französischen Freundschaft und eines lebendigen Europas. Die Projekte sollten in erster Linie den generationenübergreifenden Austausch von Bürger*innen aus Deutschland und Frankreich initiieren, vertiefen oder erneuern. Förderfähig sind u. a. Begegnungen und deren Anbahnung, Projekte zu gemeinsamen bürgerschaftlichem Engagement, dem Wissens- und Erfahrungsaustausch oder der Vernetzung (z. B. Seminare, Fortbildungen, Vernetzungsplattformen), kulturelle Projekte, Veranstaltungen wie Tagungen und Konferenzen sowie digitale Projekte und Austauschplattformen.

Mehr Infos gibt es hier.

 

3.2 Ausschreibungen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks (DPJW)

Projektaufruf „Wir bleiben in Kontakt“

Um in Zeiten von Corona den aktiven Austausch weiterhin zu pflegen, ermutigt das DPJW die Projektträger die einfache Förderung von Projekten mit dem Förderformat „4×1 ist einfacher” zu nutzen (max. Förderhöhe 1.000 €). Gefördert werden können kreative und alternative Austauschformen: ein gemeinsamer (Video)Blog, interaktive Online-Aktivitäten, eine selbstgebastelte Postkarte oder landeskundliche „Schatzkiste“ an den Partner; eine Zukunftswerkstatt um neue Ideen für die Partnerschaft zu erarbeiten; die Dokumentation und Präsentation der bisherigen Zusammenarbeit als Ausstellung, Film, Publikation; die Vorbereitung selbstgemachter Gastgeschenke für die Partnergruppe; eine lokale Spurensuche nach der Kultur des Partnerlandes am eigenen Ort oder in der eigenen Region; und nicht zuletzt ein oder mehrere Begegnungstage online.

Mehr Infos gibt es hier.

 

3.3 Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch

KJP-Förderung für Deutsch-Tschechischen Jugendaustausch digital

Gefördert werden kreative Ideen zu Onlinekonferenzen, digitalen Treffen, grenzübergreifenden Medienprojekten usw. im Rahmen der KJP-Förderung als „Kleinaktivitäten“ mit einem 10%-igen Eigenanteil oder auf der Grundlage eines Kosten- und Finanzierungsplanes als „Sonstige Einzelaktivität“.

Mehr Infos gibt es hier.

 

3.4 ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch

KJP-Förderung für Deutsch-Israelischen Jugendaustausch digital

Bezugnehmend auf das zur Förderung für 2020 vorgesehene Austauschprojekt können Kosten geltend gemacht werden, die hier ohnehin im Rahmen der Regularien liegen – wie Fahrtkosten, Kosten für Sprachmittlung, Kosten für Vor- und Nachbereitung; dies wenn sie etwa auf deutscher Seite anfallen, um eine digitale Begegnung möglich zu machen. Hierfür muss das neue Vorhaben unmittelbar im Kontext des beantragten Austauschprojekts stattfinden.

Kleinaktivitäten im Kontext des Deutsch-Israelischen Jugendaustausches

Für digitale Projekte, die an das beantragte Austauschprojekt geknüpft oder auch losgelöst davon vorgesehen sind, können kurzfristig Mittel im Rahmen der Förderung von „Kleinaktivitäten“ beantragt werden. Hier können Sachkosten unterschiedlicher Art gefördert werden, die zur Durchführung eines solchen inhaltlichen oder flankierenden Projekts zum Deutsch-Israelischen Austausch notwendig sind. Die Anschaffung technischer Geräte ist davon ausgeschlossen.

Mehr Infos gibt es hier.

 

3.5 Deutsch-Türkische Jugendbrücke

Kleinprojektförderung

Ab dem 1. Mai 2020 finanziert die Deutsch-Türkische Jugendbrücke innovative Projekte mit bis zu 5.000 €, die den Austausch und Dialog junger Menschen aus beiden Ländern neu denken und trotz aller aktuellen Herausforderungen ermöglichen, z. B. durch ein digitales Format ohne physische Begegnung.

Mehr Infos gibt es hier.

 

3.6 Erasmus+ Virtual Exchange Programme

Angebote für Jugendliche

Das Programm bietet Jugendlichen (18–30 Jahre) oder Jugendgruppen die Möglichkeit, an unterschiedlichen Formaten des virtuellen Austausches teilzunehmen. Die Themen und Termine sind auf der Homepage vermerkt. Die Teilnahme ist kostenlos!

Mehr Infos gibt es hier.

Angebote für Fachkräfte der Jugend(sozial)arbeit und Jugendleiter*innen

Für Fachkräfte der Jugend(sozial)arbeit und Jugendleiter*innen bietet das Programm verschiedene kostenlose Trainings an, z. B. um ein eigenes transnationales virtuelles Austauschprojekt zu entwickeln oder um zu lernen, wie solche virtuellen Austausche moderiert und begleitet werden.

Mehr Infos gibt es hier.

 

4. Tipps für die Zusammenarbeit mit Projektpartnern im Ausland während der Corona-Pandemie

4.1 Worum sollte ich mich kurzfristig kümmern?

  • Informieren Sie sich fortlaufend über die Situation und geltenden Regeln bezüglich des Corona-Virus in Deutschland und dem Partnerland. Bitten Sie ggf. Ihre Partnerorganisation, Sie über wichtige Entwicklungen in ihrem Land zu informieren. Auch kann es sein, dass Ihre Organisation/Einrichtung oder die Ihres Partners spezifische Vorgaben macht. Grundsätzlich immer die strengsten Vorgaben als Grundlage für beide Seiten nutzen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Projektpartner, um Erreichbarkeiten zu klären und um zu vereinbaren, sich gegenseitig zu informieren, z. B. wenn Zwangsurlaub oder Kurzarbeit absehbar ist.
  • Machen Sie sich mit Ihrem Projektpartner ein gemeinsames Bild von der aktuellen Lage und kommen anhand dieser Beurteilung zu einer Entscheidung, ob die Jugendbegegnung, der Fachkräfteaustausch oder das Vor-/Nachbereitungstreffen durchgeführt, verschoben oder abgesagt werden soll. Dabei hat die Sicherheit aller Beteiligten höchste Priorität!
  • Vereinbaren Sie ggf. „locker“ einen Alternativtermin für die Durchführung des Projekts zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr.
  • Informieren Sie Ihre Zentralstelle und schon angemeldete od. potenzielle Teilnehmende über die getroffene Entscheidung.

4.2 Was steht mittelfristig an?

  • Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Projektpartner bezüglich eines möglichen Alternativtermins und berücksichtigen Sie dabei die aktuelle Lage sowie die geltenden Regeln, um endgültig zu entscheiden.vBenachrichtigen Sie Ihre Zentralstelle und die Teilnehmenden über Ihre Entscheidung.
  • Berücksichtigen Sie die Fristen Ihrer Zentralstelle im Herbst für die Antragstellung und Planungsanmeldung für Projekte im Jahr 2021 (s. AWO Merkblatt Antragsfristen 2021).
  • Sammeln Sie Ideen für den digitalen internationalen Austausch. Es gibt bereits einige Initiativen, z. B. Deutsch-französisch für Stubenhocker vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) oder das Programm Erasmus+ Virtual Exchange.

4.3 Wie wollen wir uns langfristig aufstellen?

  • Halten Sie Kontakt mit Ihrem Projektpartner und versuchen Sie, wo Sie können, sich solidarisch zu unterstützen, einander Mut zu machen und ggf. Planungen und Vorhaben für 2021 miteinander zu konkretisieren.
  • Oder arbeiten Sie mit den Partnern an einer strategischen Ausrichtung der gemeinsamen Begegnungen, um die Zeit, in der keine physischen Begegnungen stattfinden können, sinnvoll zu nutzen und sich besser kennenzulernen.

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