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Inklusive Raumkonzepte an Offenen Ganztagsschulen - Ergebnisse eines AWO Modellprojektes

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Von: Dr. Michael Maas

Mit der „Handreichung von und für Praktiker*innen“ legte Ende 2019 die AWO Niederrhein den Abschlussbericht ihres Modellprojektes „Inklusive Raumkonzepte an Offenen Ganztagsschulen“ vor. Dr. Michael Maas, Herausgeber des Abschlussberichtes, stellt die Ergebnisse vor.

Offene Ganztagsschulen haben sich in NRW seit ihrer Einführung im Schuljahr 2002/2004 rasant ausgebreitet. Inzwischen verfügen über 90 Prozent aller Grundschulen in NRW über einen offenen Ganztag, d.h. ein erheblicher Teil der Schüler*innen isst in der Schule zu Mittag und verbringt dort auch den Nachmittag.

Die bauliche Weiterentwicklung der Schulen konnte mit dieser rasanten Entwicklung nicht Schritt halten. Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus dem Anspruch der Inklusion. Auch hier gilt: auf die besonderen räumlichen Bedarfe von Kindern mit körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigungen sind die meisten Schulen in baulicher Hinsicht noch gar nicht ausreichend eingestellt. Konzepte einer ganztägigen und inklusiven Bildung und Betreuung müssen dementsprechend heute mehrheitlich in Gebäuden umgesetzt werden, die eigentlich für einen nicht-inklusiven Halbtagsbetrieb konzipiert wurden.

Vor diesem Hintergrund führte die AWO Niederrhein das aus Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland geförderte Modellprojekt „Inklusive Raumkonzepte an Offenen Ganztagsschulen“ durch. Um herauszufinden, wie die Kinder und Mitarbeiter*innen der Schulen die räumlichen Potenziale und Grenzen wahrnehmen und beurteilen, wurden verschiedene Methoden der Praxisforschung (z.B. subjektive Schulkarten, teilnehmende Beobachtung, Fotoevaluation) exemplarisch in vier Grundschulen erprobt und umgesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Räume in ihrer Wirkung auf das Wohlbefinden von Kindern nicht unterschätzt werden dürfen. Um auch unter suboptimalen Bedingungen das Beste für die Kinder zu erreichen, waren an den Schulen vielfältige und kreative Lösungsansätze beobachtbar. Festzustellen war aber auch ein eklatanter und nahezu durchgehender Mangel an Orten des Rückzugs und der Ruhe. Dieser Mangel stellt eine ernst zu nehmende Bedrohung für die Gesundheit der Kinder dar.

Nähere Infos können dem Abschlussbericht des Projektes entnommen werden. Unter dem Titel „Inklusive Raumkonzepte an Offenen Ganztagsschulen“ bietet er eine Handreichung von und für Praktiker*innen.

 

Zum Autor:
Dr. Michael Maas leitet die Abteilung Jugendhilfe im AWO Bezirksverband Niederrhein e.V., Essen.

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