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Jugendaustausch planen in der Corona-Pandemie

Wie ist Jugendaustausch in der Corona-Pandemie besser planbar?

 

Im dritten Jahr der Corona-Pandemie läuft der internationale Jugendaustausch wieder stärker an. Dennoch bleiben die Planung und Durchführung der Projekte aufgrund der fortlaufend dynamischen Entwicklung der Pandemie oft schwierig. Kurzfristig kann es zu Erkrankungen kommen, so dass pädagogische Fachkräfte und Teamer*innen, die eine Begegnung begleiten, ausfallen oder auch Teilnehmende wegbrechen. Wie bleibt der Jugendaustausch unter solchen Bedingungen weiterhin planbar? 

 

Grundsätzlich scheinen die Sommermonate immer noch günstiger für die Durchführung der Begegnungen zu sein. Jedoch wird dadurch der Zeitraum, im Rahmen dessen Projekte umgesetzt werden können, stark begrenzt. Nach den pandemie-bedingten Einschränkungen der letzten zwei Jahre wollen junge Menschen vieles nachholen, was ihnen in dieser Zeit verwehrt blieb, u. a. auch das Reisen und die Begegnung mit Jugendlichen aus anderen Ländern. Umso mehr gilt es, jungen Menschen die Chance dazu zu geben, auch wenn die pandemische Lage aktuell noch fortbesteht.

 

Welches Potenzial haben hybride Formate des Jugendaustausches?

 

Angesichts der zuvor beschriebenen Situation sind hybride Lösungen für die Durchführung von Projekten ein attraktives Format, weil sie für mehr Planungssicherheit und Kontinuität sorgen können. Dabei sind zwei Formen von hybriden Jugendbegegnungen zu unterscheiden, die im Folgenden am Beispiel von bilateralen Projekten, d. h. Jugendbegegnungen mit Teilnehmenden aus zwei Ländern, dargestellt werden:

  • Online-Begegnung von zwei Gruppen, die jeweils in Präsenz zusammenkommen:

Die Jugendlichen kommen jeweils in nationalen Gruppen in Präsenz zusammen, um sich dann online per Videokonferenz gemeinsam, also in der Gesamtgruppe, zu treffen. Hier wird in der Regel mit einem Beamer gearbeitet, um das Bildschirmbild an die Wand zu projizieren. So können sich die zwei Gruppen viel besser sehen, als wenn sie vor einem Laptop sitzen würden. In diesem Format ist es darüber hinaus auch möglich, zusätzlich Laptops und Handys für einen persönlicheren Austausch oder Kleingruppenarbeit zu nutzen. Es können sowohl on- als auch off-line Aktivitäten auf dem Programm stehen. Die offline Aktivitäten finden zeitlich parallel statt und münden in einen Online-Austausch zur Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse.

  • Vorbereitende Online-Treffen mit anschließender Präsenzbegegnung:

Der bilateralen Begegnung der Gesamtgruppe in Präsenz geht eine Online-Vorbereitungsphase mit den Teilnehmenden voraus. Während dieser Zeit können sich die Jugendlichen einzeln und/oder gemeinsam online kennenlernen und etwas für die später geplante Präsenzbegegnung vorbereiten. Das bedeutet, dass die vorbereitenden Aktivitäten sowohl on- als auch off-line stattfinden können.

 

Diese zwei Varianten unterscheiden sich folglich in der Art der Hybridität: In der letztgenannten Variante bedeutet hybrid, dass sowohl Online-Treffen als auch Präsenztreffen stattfinden, und zwar zeitlich hintereinandergeschaltet. Dagegen zeichnet sich die Hybridität der erstgenannten Variante dadurch aus, dass sich die Teilnehmenden zeitgleich in Präsenz (in nationalen Gruppen) und online (in der internationalen Gesamtgruppe) treffen.   

Tipps zum online und hybriden Jugendaustausch

In der Juli-Ausgabe unseres Newsletters #JugendaustauschMitHerz:

  • Gelingensbedingungen 
  • Handreichungen
  • neue digitale Plattformen für den Jugendaustausch

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Machen hybride Projekte Jugendlichen überhaupt Spaß?

Die folgenden zwei Videos veranschaulichen gut, wie man sich den Ablauf, die Aktivitäten und Stimmung in einer Online-Begegnung, bei der die jeweiligen Gruppen in ihrem Land in Präsenz zusammenkommen, vorstellen kann.

Dies ist ein hybrides Projekt zum Thema „Datenschutz und Medienbildung“, das 2022 von Peuple et Culture und dem Jugendbildungszentrum Blossin e.V. durchgeführt und vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt wurde:

Dieses Video vermittelt einen Einblick in verschiedene hybride Projekte, die 2020 von Une Terre Culturelle und Pangera e.V. durchgeführt und vom Deutsch-Französischen Jugendwerk unterstützt wurden:

Welche Vorteile haben hybride Formate für die Projektplanung in Zeiten der Pandemie?

Die zwei Varianten hybrider Begegnungen, die weiter oben beschreiben wurden, öffnen für den Jugendaustausch während der Pandemie interessante Möglichkeiten. Je nach Ausmaß der pandemie-bedingten Einschränkungen oder Risiken können sich Projektträger dafür entscheiden, welche Variante der Situation am besten Rechnung trägt.

Während der Wintermonate oder im Frühjahr, wenn es Kontaktbeschränkungen für größere Gruppen geben kann, bieten sich beispielsweise vorbereitende Online-Treffen an, die zu einer Präsenzbegegnung im Sommer hinführen. So ist es möglich, dass sich die Gruppen bereits etwas kennenlernen, sich mit dem Projektthema beschäftigen und das Programm vorbereitend mitgestalten. Hierauf kann dann in der Präsenzbegegnung aufgebaut werden. Auch ist es für die Jugendlichen viel attraktiver, an einer digitalen Begegnung teilzunehmen, wenn sie wissen, dass im Anschluss eine „richtige“ Begegnung folgt.

Die Treffen in nationalen Gruppen mit gleichzeitiger Online-Begegnung in der Gesamtgruppe bieten sich an, wenn eine Reise ins Ausland pandemie-begingt nicht möglich, zu schwierig oder zu riskant ist, ein Zusammenkommen in nationalen Gruppen aber durchaus machbar. So können sich die Teilnehmenden zumindest innerhalb ihrer nationalen Gruppe in „echt“ treffen. Und der Austausch mit der Partnergruppe ist dann aller Widrigkeiten zum Trotz online möglich. Die Tatsache, dass hier zumindest partiell ein Präsenztreffen stattfindet, macht diese hybride Projektform gegenüber einem reinen Online-Treffen deutlich attraktiver.

Es zeigt sich, dass der Zeitpunkt und die pandemische Lage in den beteiligten Ländern besonders ausschlaggebend dafür sind, welche Projektform sich besser eignet. Darüber hinaus spielen natürlich weitere Faktoren eine Rolle wie z. B. die technische Ausstattung und das digitale Know-how der Projektträger und der Teilnehmenden.

Eines ist jedoch klar: Auch nach zweieinhalb Jahren Pandemie bleibt die Lage weiterhin dynamisch. Daher lohnt es auch jetzt noch, die Möglichkeiten des hybriden Jugendaustausches auszuloten und praktisch zu erproben. 

 

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